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The Dark Knight Rises… noch einmal

29 Jul

Natürlich musste ich auch gleich in der ersten Woche „The Dark Knight Rises“ im Kino sehen. Anders als Kathy habe ich mich jedoch nicht auf die Trilogie eingelassen. Ich habe zwar die Geduld und Ausdauer und das Interesse viele Filme marathonartig an einem Tag zu schauen, aber ich muss mich dabei frei bewegen können und dies kann ich bei Freunden oder bei mir zuhause immer noch am besten, und dabei geht nicht einmal meine Aufmerksamkeit flöten.

Nun denn, so geschah es jedoch Freitagabend, dass wir den letzten Teil von Christopher Nolans Batman-Trilogie sahen. Trotz der unglaublich hohen Temperaturen war das Kino selbst um 22:45 Uhr proppenvoll. Das Publikum war gut auf dem Film eingestellt, alle waren respektvoll ruhig und angespannt.

Insgesamt war der Film klasse! Die Bilder sind fantastisch, die Effekte angemessen, die Besetzung grandios, das Ende passend.

Doch was war das dazwischen? Die Story war ok-ish, einige Stellen waren für mich allerdings nicht schlüssig oder gar unlogisch. Wenn wir schon fast 3 Stunden Zeit für den Film mitbringen, hätte man vielleicht auch noch 10-15 Minuten einbauen können um die Handlungsstränge ‚runder‘ zu formen. Für den Abschluss einer Trilogie hat er entweder nicht weit genug ausgeholt oder doch zuviel Neues eingebaut, entweder oder bitteschön.

Anne Hathaway finde ich in anderen Rollen weitaus besser platziert und wirkungsvoller, Catwoman ist definitiv nicht meine Lieblingsrolle von ihr. Tom Hardy hat einen soliden Job gemacht, nur eine Schande dass er die ganze Zeit mit der Maske vor dem Mund rumrennen musste. Sonst ist mir Bane als Schurke als Höhepunkt doch zu banal insgesamt. Marion Cotillard kann machen was sie will, ich liebe sie in jeder Rolle, eine Traumfrau für mich. Trotzdem war die Figur etwas lahm.
Besonders beeindruckt haben mich in diesem Teil Christian Bale – tausend Prozent mehr als in den vorherigen beiden Teilen, vor allem wenn man ihn aus „The Machinist“ kennt. Ich hatte nun endich dass Gefühl dass er sich als Batman gefunden hat. Auch gefallen hat mir Michael Caine. Mit ihm bin ich ja aufgewachsen – also filmtechnisch gesehen. Seit er über 60 ist, oft nur in Nebenrollen besetzt. So auch hier, aber dieses Mal konnte er in kurzer Zeit viel von seiner Kunst zeigen. Und natürlich, last but not least: Joseph Gordon-Levitt. Wunder, wunder, wunderbar. Er macht alles richtig im Film, ist präsent und gleichzeitig zurückhaltend, ist prägnant aber nicht einnehmend. Ich würde mich freuen wenn er hier weitermachen könnte.

Wäre Heath Ledger noch am Leben und der Joker noch dabei, wäre ein ganz anderer Film daraus geworden. Auch hätte jeder den ersten Auftritt vom Joker mit dem Auftritt in dem letzten Teil verglichen. Ein Teil der Magie von Heath Ledgers Vermächtnis liegt bestimmt auch daran, dass nach seiner gigantischen Joker-Darstellung (so gut wie) nichts mehr folgte und er mit einem BÄM! ging. (Jetzt nicht heulen, bloß nicht noch heulen!!!)

Kurzum zusammengefasst: Das Drehbuch und das actionreiche ‚Grande Finale‘ hätten gewaltiger ausfallen können, aber die Besetzung und die Optik sowie der Abschluss des Films sind absolut gelungen.

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The Dork (K)Night

26 Jul

Am Dienstag habe ich mich wieder mal auf was eingelassen, was in der Planung nach einer guten Idee klang, in der Praxis aber doch zu der Frage führte: „Wer hat sich das denn wieder einfallen lassen?“

Die Rede ist von der „Dark Knight Trilogy Night“ im UCI. Zuerst Teil 1 und 2, dann, um Mitternacht, endlich der lang ersehnte dritte Teil. Juhu!

Dark Knight Trilogy Ticket

Aber Leute, es war hart! Und lang! So lang! Da half es auch nicht, dass ich „Batman Begins“ noch nie im Ganzen gesehen habe und „The Dark Knight“ unendlich liebe. Auch nicht, dass Christian Bale im Anzug für mich das ist, was für manche Männer wohl Pamela Anderson im roten Badeanzug sein muss. Und auch nicht, dass man Herzchen beim Anblick von Heath Ledger als Joker wieder zu bluten anfing. Nein, als es endlich Mitternacht war, habe ich mir trotz aller Aufregung gewünscht, „The Dark Knight Rises“ möge bitte kurz und schmerzlos sein. Aber das Schicksal mag mich einfach nicht! Wenn ich richtig gerechnet habe, dauert er drei Stunden. Insgesamt waren es also gute neun Stunden, in welchen mein wertes Hinterteil eine mehr oder minder aus Hassliebe bestehende Zweckgemeinschaft mit dem Kinositz eingehen musste. Oh man!

Und dann musste ich natürlich feststellen, dass nur komplett Wahnsinnige Dorks (wie wir) sich tatsächlich so eine körperliche Qual antun. Immerhin sorgte das dafür, dass das Kino gefüllt war mit angenehmen Menschen. Der Sitz neben mir blieb zum Glück frei und so habe ich, außer meiner Begleitung, mit meiner spätestens nach 3 Stunden einsetzenden inneren Unruhe wohl niemanden gestört.

Abgesehen von diesem echt strangen Abend war ich aber doch recht entzückt vom Film selbst. Ich gebe es zu, die Maske von Tom Hardy macht mir noch heute Angst und wird es wohl auch immer tun. Anne Hathaway hätte ich jetzt auch nicht unbedingt gebracht, bin aber, was ihre Rolle und schauspielerische Leistung angeht, etwas im Zwiespalt mit mir. An sich hat sie Cat Woman schon sehr gut verkörpert, die Bewegungen waren quasi übertrieben theatralisch und katzenhaft, wie es eben sein soll. Somit wurde sie sicher einer Comicverfilmung gerecht. Allerdings passte das irgendwie nicht wirklich zum Rest, finde ich. Schon in den vorangegangenen Filmen war die Stimmung schon sehr düster, wobei ich sagen muss, dass schon allein die Umgebung von „Batman Begins“ bis hin zu „The Dark Knight“ doch seeeehr an der düsteren Atmosphäre eingebüßt hat. Im ersten Teil war Gotham wirklich ein dreckiges Rattenloch, im zweiten…ja, eben New York, nö?! Ich finde, mit Anne Hathaways Rolle ging es noch mehr weg von der ganzen Creepiness hin zum Comic-Original. Ob ich das jetzt gut finde, weiß ich noch nicht. Ist halt Geschmackssache.

Etwas zu lang war mir der Film dann leider auch. Es gab viele Sachen, die man hätte kürzen können und sollen. Es mag aber auch an meiner Ungeduld zu so später Stunde gelegen haben, dass er mir soooo lang vorkam. Ich muss ihn halt einfach nochmal sehen. So vom ersten Eindruck her würde ich auf keinen Fall sagen, dass er an „The Dark Knight“ heran reicht. Es klingt jetzt sicherlich nach einer subjektiven Wahrnehmung, weil ich Heath Ledger so mag, aber eine Rolle wie der Joker fehlte hier einfach als Gegenpol. Das war damals das, was mich wirklich von dem Film fasziniert hat, mich, die ich ja gar nicht mal so der Comicfan bin. Hier gab es einfach keinen wirklich…mysteriösen Charakter, den man schwer einschätzen konnte. Es gab halt mehr oder weniger Gut und Böse, Ende. Ist ja vielleicht eigentlich auch bei den meisten Comics so, aber wie gesagt, wer mit dem Joker solche Standards setzt, sollte sie auch halten können.

Auf jeden Fall ist der Film aber gut gemacht, gut gespielt, wenn auch an vielen Stellen sehr komplex.

Was ich aber noch sagen muss: Ich werde nie lernen, Batman ernstzunehmen. Der hat ÖHRCHEN, verdammt!!! ÖHRCHEN!!!

Schon gesehen?

8 Jul

Jetzt versuch ich das auch einmal. Ob ich das regelmäßig pack steht auf einem anderen Blatt.

Liste der Filme die ich zwischen Mai und heute gesehen habe, bewertet auf einer Skala von 1 bis 10 Sternen, wobei 10 die beste Wertung ist.

  • After the Wedding / Nach der Hochzeit (10 Sterne)
    Mads Mikkelsen in einer Rolle zum Niederknien. Aber es liegt am Ensemble, der Story und der Kameraführung dass dieser Film einen nicht mehr loslässt! Susanne Bier ist grandios. Die guten Dänen.
  • Persepolis (10 Sterne)
    Politfilme finde ich schwierig zu bewerten. Hier ist die Iran-Politik als Teil einer Biografie aufbereitet, die mir ein ganzes Land näher gebracht hat.
  • Things We Lost in the Fire (10 Sterne)
    Halle Berry mag ich ja sonst nicht, aber hier spielt sie grandios und feinfühlig. Ebenso Benicio del Toro. Warum macht er nicht mehr dieser Filme? So seh ich ihn am liebsten.
  • Vom Winde verwehnt / Gone with the wind (9 Sterne)
    Seit 15 Jahren schiebe ich den Film vor mir her, hatte ihn noch nie gesehen. Nun habe ich mich in 2 Schichten, also mit Pause, doch darauf eingelassen. Ein ganz ganz toller Film! Wirklich ein Meisterwerk! Sicherlich sollte man für die damaligen Verhältnisse die Erwartungen anpassen, aber ich finde es ist eine Runde Sache, ein richtiges Epos wirklich welches viel Geduld erfordert. Jetzt möchte ich auch meinen Rhett Butler!
  • Louise hires a contract killer / Louise-Michel (9 Sterne)
    Bis zur letzten Minute fand ich den Film lustig bis mittelgut, über lange Strecken auch einfach sinnbefreit. Sobald er aus war, konnte ich eine Woche nicht aufhören darüber nachzudenken und zu kichern. Kult!
  • Endstation Sehnsucht / A Streetcar named desire (8 Sterne)
    Vivien Leigh (Scarlett O’Hara aus Vom Winde verweht) und Marlon Brando in einem fast epischen Kammerspiel zum Ende einer amerikanischen Ära bzw. Aufbruch in eine neue. Basierend auf einem Stück von Tennessee Williams („Katze auf dem heißen Blechdach“).
  • Zwei an einem Tag / One Day (8 Sterne)
    Schöne Romanze, trifft die richtigen Töne ohne allzu kitschig zu werden.
  • Bis zum Ende der Welt / At World’s End (8 Sterne)
    Die Dänen spinnen! Und Nikolaj Lie Kaas zeigt dass er auch etwas anderes als Dogma-Filme machen kann. Neben Mads Mikkelsen der beste dänische Akteur.
  • Dark Shadows (7 Sterne)
    Besser als erwartet, durchaus lustig und kurzweilig.
  • Die Rotkäppchenverschörung / Hoodwinked (7 Sterne)
    Wird immer besser beim Zuschauen, mal was anderes.
  • Urteil von Nürnberg / Judgement at Nuremberg (7 Sterne)
    Film den ich auch nur einmal im Jahrzehnt sehen kann, sehr aufwühlend. Großartige Darstellung von Montgomery Clift, den ich bis dato auch noch nicht gesehen hab und das umgehend ändern muss.
  • Taxi Driver (7 Sterne)
    Endlich gesehen, aber das brauch ich demnächst nicht auch nochmal. Paraderolle für und Glanzleistung von Robert De Niro.
  • Rufmord / The Contender (6 Sterne)
    Jeff Bridges und Gary Oldman sind spitze, die Story ist auch gut, aber schlechter Schnitt macht den Film lahm.
  • Pusher (6 Sterne)
    Wieder die Dänen, dieses Mal Kim Bodnia und Mads Mikkelsen. Ich fand ihn gut, aber nicht so kultig wie er beschrieben wird.
  • 2 Tage Paris / 2 Days in Paris (6 Sterne)
    Typisch Julie Delpy! Ich mag sie immer mehr, je älter ich werde.
  • Kein Mittel gegen Liebe / A Little Bit of Heaven (6 Sterne)
    Cheeeesy! Aber das machen Kate Hudson und vor allem Gael Garcia-Bernal schon sehr schön.
  • Dark City (5 Sterne)
  • Date Night (5 Sterne)
  • Happy-Go-Lucky (5 Sterne)
  • Tree of Life (5 Sterne)
  • Death at a Funeral (US 2010) (4 Sterne)
  • Hotel Desiré (3 Sterne)
  • Toy Boy / Spread (3 Sterne)
  • The Hangover Pt. 2 (2 Sterne)

Außer Konkurenz sozusagen läuft eine Mockumentary (künstliche Dokumentation), welche ich letzte Woche für mich entdeckte. Die Mockumentary ist wie auch The Office eine englische Serie und heißt Come Fly With Me aus dem Jahr 2010. Leider existieren bisher nur 6 Folgen in einer Staffel. Eine zweite Staffel ist geplant. Es geht hier um Geschichten und Menschen an einem englischen Flughafen, natürlich ist alles gefaked. 98% aller Charaktere werden von 2 Personen dargestellt: David Walliams und Matt Lucas, den Machern von Little Britain. Little Britain ist eine Kultserie, das weiß ich, ich komme aber erst jetzt langsam auf den Geschmack und mache jetzt meine Hausaufgaben. Come Fly With Me habe ich mir nun auf DVD zugelegt und bin glücklich. Sehr.

Vampire glitzern nicht, sind aber lustig

16 Mai

Wer mich kennt, hat’s geahnt: Tim Burton ruft und Kathy sitzt im Kino. Durch doofe Schichtzeiten kam ich leider erst am Samstag dazu, dann aber mit umso mehr Vorfreude. Ein kleines bißchen voreingenommen gehe ich ja schon an solche Filme ran. Tim Burton + Johnny Depp + Helena Bonham Carter KANN nur gut sein. Wobei ich allerdings thematisch bisher auf kaum einen Burton-Film so gespannt war.

Barnabas Collins, seines Zeichens Erbe reicher Unternehmereltern, die aus England nach Amerika kamen, um dort ihr erfolgreiches Fischereiunternehmen und damit auch das nach ihnen benannte Städtchen Collinsport aufzubauen, verschmäht seine Geliebte Angelique. Was er nicht weiß: Sie ist eine Hexe und belegt ihn mit einem Fluch, der ihn in einen Vampir verwandelt. Zudem tötet sie seine Eltern und seine zukünftige Frau und begräbt ihn lebendig. Das alles passiert im 18. Jahrhundert und als Barnabas‘ Sarg endlich wieder ausgebuddelt wird, ist es 1972. Die 70er waren so ja schon verrückt genug, für jemanden aus einem vergangenen Jahrhundert müssen sie vollkommen gaga sein. Das dachte sich auch Tim Burton und hat das genau so umgesetzt. So dürfen wir Barnabas dabei zuschauen, wie er Autos, Fernsehen, Hippies und den Glam Rock entdeckt.

Ich fand den Film einfach nur herrlich. Wie immer wahnsinnig skurril und natürlich auch mit leichtem Touch zum Splatter-Ekel. Das gehört bei Burton-Filmen natürlich auch immer dazu. Er hat eine recht morbide und zum Teil auch groteske Fantasie, setzt diese aber auf der Leinwand so lustig und liebenswert um, dass man ihm da gar nicht böse sein kann. Und Johnny Depp ist genau das schauspielerische Gegenstück dazu. Momentan gibt es wohl keinen wandlungsfähigeren Schauspieler, zumindest nicht, was wirklich skurrile, unwirkliche Charaktere angeht. Beide zusammen trauen sich an alles ran und haben absolut keine Berührungsängste. Auch nicht dann, wenn das gesamte Projekt droht, ins Lächerliche abzurutschen.

Dabei waren es für mich gar nicht mal die vermeintlichen Knaller, die mich dazu brachten, mich im Kino fast abzurollen, sondern eher fast schon harmlose Situationskomik. Als Barnabas sich z.B. ein Schlafplätzchen im neuen alten Heim suchen musste, war ich dem Erstickungstod schon sehr nah. (Merke: Dem Popcorn fernbleiben!)

Von mir also ganz klar alle Daumen hoch und eine mehr als deutliche Empfehlung!

TV-Junkie #1

7 Apr

Ja, ich gebe es ja zu, ich bin eine reinrassige Couch Potato. Ich kann mich stundenlang auf den diversen Polstermöbeln in meinem Wohnzimmer aalen und dabei Fernseh gucken. Seit geraumer Zeit gehe ich dabei aber wesentlich weniger wahllos vor als bisher. Vorher lief halt immer irgendwas, mittlerweile schaue ich tatsächlich Serien. Dabei hat sich aber auch schnell eine Abneigung gegen die deutschen Versionen ausländischer Fernsehformate ergeben. Wo in anderen Ländern die Originalversion mit Untertiteln läuft (und dabei die Menschen auch ganz nebenbei viel einfacher die Sprachen lernen), müssen wir immer und alles übersetzt haben, egal, wie unsynchron und unpassend die deutschen Stimmen sind. Zudem bekommen wir dadurch natürlich auch alles viiiieeel später.

Deshalb bin ich mittlerweile ein ganz, ganz großer Fan davon, US Serien zu streamen. Mein „Dealer“ des Vertrauens ist dabei Sidereel, wo ich für mich interessante Serien auch verfolgen kann und immer gleich mitbekomme, wann es neue Folgen gibt. Es gibt natürlich etliche Alternativen und ich denke, mit ein klein wenig Recherche und Rumgeklicke findet so jeder TV-Junkie auch seinen heiligen Gral in Punkto (US) Serien.

Weil ich dabei sowieso immer schon ein bißchen abnerde, werde ich das ab jetzt auch einfach mal hier im Blögchen tun. Jetzt werd das sicher erstmal ein ziemlicher Rundumschlag, aber mit der Zeit wird man hier eher meine aktuellen Highlights und Favoriten finden. Seht es als Tipp, Fangirling…oder was auch immer. Hauptsache, ich hab meinen Spaß, nö?

Angefangen hat bei mir eigentlich alles mit Glee. Hierzulande ist das ja doch eher ein Geheimtipp. Ich glaube, es läuft immer montags auf Super RTL? Ich sollte dazu sagen, dass ich mir die deutschen Versionen kaum noch antue und deshalb meistens keine genauen Sendezeiten kenne. In den USA und diversen anderen Ländern gibt es dazu aber schon einen regelrechten Hype. Alle wollen Glee, verehren die Darsteller und kaufen eifrig Soundtracks und anderen Merchandise. Ganz so schlimm ist es bei mir nicht, aber ich war doch so begeistert, dass ich mich durch’s Internet suchte, um möglichst brauchbare Streaming-Seiten zu finden.

Bei Glee geht es um eine Gesangs-AG an einer amerikanischen High School. Hierzu muss man natürlich sagen, dass solche Clubs und AG’s in den USA einen ganz anderen Stellenwert haben. Wenn hier jemand eine Sendung über einen Schulchor machen würde, liefe sie wohl eher vor oder nach der Sendung mit der Maus, gefolgt von der Livezuschalte zum Kindergottesdienst. Glee ist hingegen ein bisher noch nie dagewesener Mix aus Musiksendung und High School Drama. Die Serie verfolgt die kleinen Dramen der einzelnen Schüler und Lehrer, ist dabei immer auch ein wenig sarkastisch und nimmt sich selbst auf die Schippe, und das Ganze wird durch die Performances aufgelockert, in welchen die Gruppe aktuelle Popsongs und Klassiker aufführt. Natürlich ist das auch immer etwas cheesy, besonders wenn sie Disney-like mittendrin anfangen, ihr Liedchen zu trällern und plötzlich alle um sie rum auch tanzen. Aber irgendwie lebt Glee auch davon. Kurzweilig, aber sehr gut gemacht. Es geht um (die erste) Liebe, Drogen, mangelndes Selbstvertrauen, Homosexualität, und, und, und. Und so ein kleines Mädchen wie ich ist da natürlich auch ganz schnell davon bezaubert und verfolgt wie gebannt jede Folge.

Natürlich hat Youtube ma wieder keinen vernünftigen Originaltrailer für mich auf Lager. Deshalb habe ich einfach mal den deutschen angefügt, aber trotzdem mit dem Hinweis, sich als anglophiler Mensch doch lieber an das Original zu halten.

Die nächste Serie, die mich in ihren Bann zog, war dann auch gleich das volle Kontrastprogramm. Denn American Horror Story hat so gar nichts mit der süßen High School Serie zu tun. Hier ist der Name wirklich Programm, wobei ich nicht weiß, warum es sich ausgerechnet um eine amerikanische Gruselgeschichte handeln soll. Genau genommen ist bei AHS der Hauptdarsteller ein Haus. Dessen Bewohner sind über die Jahre hinweg alle auf dramatische Weise ums Leben gekommen und treiben seitdem ihr Unwesen in dem Haus. Auch die neuesten Bewohner, Vivienne und ihre Familie, werden nicht verschont. Jedenfalls geht es darum in der ersten Staffel. Es soll mehrere geben und sie sollen alle nach einem ähnlichen Konzept ablaufen, aber inhaltlich nichts miteinander zu tun haben. Dabei sind die Darsteller, wie z.B. Jessica Lange und Zachary Quinto, qualitativ hochwertig. Nicht zuletzt sicherlich auch deshalb, weil sie sich so immer nur für eine Staffel verpflichten. Wer sich auch vorm Fernseher gern gruselt, wird seine helle Freude daran haben.

Beim Thema „Gruseln“ zu bleiben, bin ich gleich einer anderen, recht düsteren US Serie zum Opfer gefallen. Grimm ist eine Art Fantasy-Horror-Crime-Serie, die sich ganz grob gefasst mit Supernatural oder auch Charmed vergleichen ließe. Allerdings orientiert sich hier jede Folge an einem Märchen der Gebrüder Grimm, oder zumindest an Märchenwesen. Dabei stellt der Protagonist, Detective Nick Burkhardt, fest, dass er zur Familie der Grimms gehört, welche schon seit Jahrhunderten eben solche Wesen bekämpfen. Jene haben sich aber auch dem Lauf der Zeit angepasst und leben so mitten unter uns. Sie sehen auch aus wie wir, nur Grimms und andere Märchenwesen können ihre wahre Gestalt sehen. Und natürlich begehen sie alle irgendwelche Verbrechen, meist indem sie sich gegenseitig dahinraffen. Für die Polizei von Portland, Nicks Arbeitgeber, sind das deshalb zwar seltsame Verbrechen, aber doch irgendwie Alltag. Und Nick muss dann auf dem schmalen Grat wandern, um seine Arbeit als Polizist und seine Aufgabe als einziger noch lebender Grimm zu erfüllen.

Ich finde die Serie super, wenn auch visuell manchmal platt umgesetzt. Ich konnte ja noch nie verstehen, was andere Kinder an Märchen so mochten. Ich fand sie immer gruselig und mir war nie wohl dabei, wenn mir meine Eltern und Großeltern welche vorgelesen haben. Die meisten Verfilmungen, besonders die aus diversen Ostblockländern, fand ich sogar noch schlimmer. Da sahen dann sogar die Guten immer aus wie Monster. *schüttel* Somit dürfte ich Grimm eigentlich nicht mögen, denn es fasst diese Gruselseite wirklich gut auf. Allerdings sorgt es durch die Krimiseite doch auch für mir angenehmere Spannung und dazu kommt halt noch die Nebenhandlung. Denn natürlich hat auch Nick ein Privatleben, um das es zum Teil auch geht. Das bringt dann immer wieder eine Portion Normalität und auch Humor rein, die der Serie einen eigenen Charme verleihen. Lustig ist natürlich auch, dass Grimm absolut amerikanisch ist, aber auf deutschen Märchen basiert. Man spielt hier auch viel mit mehr oder weniger korrekt ausgesprochenem Deutsch. Hier bin ich ausnahmsweise gespannt darauf, wie man das auf Deutsch umsetzen will (wenn das denn irgendwann mal geplant ist.)

Nach so viel düsterem Halbhorror wollte ich dann natürlich auch mal wieder was Locker-Lustiges haben. Umso besser, dass genau zu der Zeit auch die bezaubernde Zooey Deschanel mit ihrer neuen Serie, New Girl, um die Ecke kam. Auch diese erobert ja momentan das deutsche Fernsehen und auch hier muss ich wieder sagen: Bitte, wenn irgendmöglich, an das Original halten. Zooey alias Jess ist da einfach nochmal liebenswerter mit ihrer rauen, aber süßen Stimme und Schmidt…oh mein Gott, Schmidt! Der ist definitiv mein momentaner Weird Crush. Er ist ein absolut seltsamer, steifer, freakiger Nerd. Und ich liebe ihn.

Es geht bei New Girl um Jess, die ihren Partner mit einer anderen erwischt und somit ausziehen und schnell eine neue Bleibe finden muss. So kommt sie zu der Männer-WG von Schmidt, Nick und Winston. Obwohl keiner der drei begeistert davon ist, zieht sie ein und stellt alles auf den Kopf. Wenn man unbedingt alles in eine Schublade packen will, wäre hier wohl der Begriff Sitcom angebracht. Ich finde aber, dass es momentan mit nichts vergleichbar ist und seinen ganz eigenen Charme hat. Der Humor ist nie platt und trotzdem schnell und spitz. Ich bin echt pingelig, was Comedy angeht. Wo manche sich abrollen, hab ich oft nur ein müdes Lächeln übrig. Aber ich hab echt selten so gelacht wie bei New Girl.

Und damit sind wir auch schon bei der letzten meiner aktuellen TV-Drogen: Revenge! Kritiker würden jetzt sicher sagen, dass Revenge eine dieser Serien ist, die sich gleich zu Anfang im sicheren Bereich platzieren, indem sie dem geneigten Zuschauer das zeigen, was er von anderen aktuellen Serien momentan gewohnt ist. Es geht um die schöne, reiche, perfekte High Society. Zumeist finden sich solche Shows in New York City oder Orange County wider. Revenge spielt in den Hamptons. Anders, aber in dem Zusammenhang natürlich trotzdem wenig originell.

Umso ansprechender und spannender ist dann jedoch die Geschichte: Emily Thorne ist neu in den Hamptons, zumindest meinen das die Reichen und Schönen dort. Eigentlich heißt sie Amanda Clarke und hat schon als Kind in genau dem Haus gewohnt, welches sie nun mit mehr oder weniger rechten Mitteln erworben hat. Damals lebte sie dort mit ihrem Vater, der durch die fiesen Machenschaften der versnobten Gesellschaft eines Terroranschlags beschuldigt und verurteilt wurde. Damit ging Amandas junges Leben den Bach runter. Nachdem sie ihre Jugend in einem Heim verbracht, erst spät von der Unschuld ihres Vaters und gleichzeitig von dessen Tod erfahren hat, kehrt sie nun als Emily Thorne zurück, um die, die am Fall ihres Vaters Schuld sind, zu vernichten. Und das mit deren eigenen, nach außen hin immer höflichen und perfekten Methoden.

Wenn man so will, ist das natürlich auch eine ziemlich platte Kritik an dem ganzen Reich & Schön Wahn. Aber die Geschichte ist wirklich gut umgesetzt, es kommen immer wieder Überraschungen und da auch die Vergangenheit nicht gleich zu Anfang komplett erzählt, sondern je nach Bedarf der einzelnen Folge nur Stück für Stück enthüllt wird, bleibt es spannend. Außerdem beinhaltet Revenge meinen aktuellen Girl Crush, Ashley Madekwe. Mein Gott, ist die Frau schön! Ich weiß nicht, ob ich sie bewundern oder sie sein wollen soll.

So, das sind sie also, meine aktuellen Serienhighlights. Mittlerweile bin ich sogar einigermaßen up to date, sodass ich wieder etwas Leben neben dem Onlinestreaming habe. Aber dafür hab ich zwischendurch auch schon wieder Entzugserscheinungen und überlege, mir noch was zu suchen. Wobei ich ja eiiigentlich warten wollte, bis einige meiner aktuellen Serien Pause habe. Andererseits juckt es mich schon seit längerem, mal Gossip Girl eine Chance zu geben. Die einzelnen Folgen, die ich mal hier und da bei Prosieben oder Sixx gesehen habe, sind ja schon ganz nett gewesen, aber so aus dem Zusammenhang gerissen bringt das ja nix. Hach, was mach ich nur?

Harry Potter in gruselig

4 Apr

Mal ganz ehrlich: Hat irgendjemand geglaubt, ich könnte etwas zu „Die Frau in Schwarz“ schreiben, ohne dabei Harry Potter zu erwähnen? Ich glaube, den Stempel hat Daniel Radcliffe für lange, lange Zeit weg. Das ist etwas so. Dazu aber später mehr.

Die Frau in Schwarz Movie BannerErstmal zum Film an sich: „Die Frau in Schwarz“ ist ein neues Gruseldrama von James Watkins. Freigegeben ist er ab 12 und damit wohl wirklich eher als Gruselfilm gedacht. Ich bin fast 30 und muss sagen, dass ich ihn schon als ausgewachsenen Horrorschinken beschreiben würde. Nun bin ich jetzt auch nicht gerade hart im Nehmen, wenn es um solche Filme geht, aber ein Kind würde ich jetzt nun nicht gerade in den Film schleppen. Da waren doch einige Schockmomente dabei.

Es geht um Arthur Kipps, dessen Job als Anwalt auf der Kippe steht, weil er sich nach dem Tod seiner Frau kaum noch konzentrieren kann. Als alleinerziehender Vater ist er nun hin- und hergerissen zwischen der Trauer um seine Frau, die ständige Sorge um seinen kleinen Sohn und dem Stress, den der Job mit sich bringt. Als letzten „Test“ trägt ihm sein Chef auf, in ein kleines Dorf, wo er sich um den Nachlass einer alten Witwe kümmern soll. Diese hat in einem alten Herrenhaus gelebt, welches, zu den meisten Tageszeiten durch die Flut vom Festland getrennt, einsam auf einer Insel liegt. Schnell stellt er fest, dass er ihm Dorf alles andere als Willkommen ist und dass über Jahre hinweg seltsame Todesfälle die Familien ihrer Kinder berauben. Und irgendwie scheinen die Dorfbewohner plötzlich ihn zu beschuldigen, obwohl er zuvor noch nie etwas von dem Ort oder den toten Kindern gehört hat. Als er seiner Arbeit in dem alten Haus nachgehen will, trifft er auch bald auf die gruselige Erscheinung einer schwarz gekleideten Frau und beginnt zu ahnen, dass diese und die Ablehnung der Dorfbewohner in einem Zusammenhang stehen müssen.

Die Geschichte fand ich ja sofort super. Obwohl ich, was Horrorfilme betrifft, ein echtes Weichei bin, liebe ich solche Geistergeschichten. Gut gemacht schaue ich sie mir immer gern an, auch wenn ich die Hälfte des Films nur an meinen vors Gesicht geschlagenen Händen vorbei sehen kann. Und ich muss sagen, „Die Frau in Schwarz“ ist wirklich sehr gut gemacht. Die Schockmomente sind genau auf den Punkt und haben fast den gesamten Kinosaal zum Quieken gebracht. So kann man sich zusammen erschrecken und danach über sich selbst lachen. Gut fand ich auch, dass die Stimmung des Films zwar bedrückt war, er aber den Kinobesucher nicht zu deprimiert zurück lässt. Während des Schauens kann man sehr gut die Abgeschiedenheit des Dorfes und die Trauer der Menschen spüren, geht aber nicht grübelnd nach Hause. Ich mag zwar auch Filme, die mich zum Nachdenken bringen, aber bei solchen fiktiven Gruselgeschichten brauch ich das nicht. Da gibt es dann nichts zum Nachdenken und auch keine großen moralischen Aussagen. Hier will ich einfach ein bißchen geschockt werden und nachher darüber lachen.

Hauptdarsteller ist, wie gesagt, Daniel Radcliffe. Und ja, natürlich denkt man dabei automatisch an Harry Potter. Ich muss aber sagen, dass ich während des Films gar nicht wirklich daran denken musste. Ich saß nicht da und habe mir überlegt, ob er jetzt da oder da noch zu sehr wie der kleine Zauberschüler wirkt, sondern habe ihm die Rolle durchaus abgenommen. Er wirkte absolut wie der melancholische, ernste alleinerziehende Vater. Dabei war das natürlich ein ganz schönes Risiko. Wie auch Harry Potter spielt „Die Frau in Schwarz“ in England, man sieht viel von der Architektur in britischen Dörfern und insgesamt sehen die Drehorte denen vieler Harry Potter-Filme sehe ähnlich. Und wie wir ja wissen, machen ähnliche Hintergründe es unserem kleinen menschlichen Hirn nicht gerade einfacher, den Schalter umzulegen. Jetzt weiß ich nicht, ob er hauptsächlich solche Rollen angeboten bekommt oder ob er sie sich freiwillig aussucht, aber ich fand die Wahl doch mutig.

Zu 100% begeistert bin ich aber trotzdem nicht. Warum? Weil es von der Geschichte her wieder einer dieser Filme war, bei denen man sich nachher fragt, was denn jetzt eigentlich passiert ist. Kurzweilig ist er zwar, und man hat nicht das Gefühl, gerade fast zwei Stunden rumgesessen zu haben, aber das war’s dann auch. Dass es wirklich richtige Highlights und unvergessliche Ereignisse gab, kann ich nicht behaupten. Was bleibt, ist das Gefühl, sich ein wenig erschreckt und insgesamt einen gut gemachten Film gesehen zu haben. Aber wenn mich am Ende des Jahres jemand nach meinen Filmhighlights 2012 fragt, fällt „Die Frau in Schwarz“ da sicher eher weniger ins Gewicht. Schade eigentlich.

Links zum Film: imdb | Offizielle Seite

Emmi und Leo, was für ein Theater!

1 Apr

Hui. Da kommt spontan ein Blogbeitrag daher. Eigentlich wollte ich schon längst im Bett liegen, schließlich ist morgen wieder Montag.

Vielleicht liegt es jedoch an Herrn Glattauers Hirnschmalz dass ich wieder einmal des nächtens hier sitze. Bereits vor gut 2 Jahren hielten mich seine Bücher nachts wach. Erst durch „Gut gegen Nordwind“ gerast und keine 2 Tage später in „Alle sieben Wellen“ abgetaucht. Schon damals war ich während und nach der Lesezeit, ja, doch, verstört, emotional aufgewühlt, verträumt, hoffnungsvoll, hoffnungslos und zittrig.

Und nun so etwas. Beide Bücher wurden mittlerweile (sprich: 2009, respektive 2010) im Theater inszeniert, separat, nicht in einem Stück. Weiterlesen