Vampire glitzern nicht, sind aber lustig

16 Mai

Wer mich kennt, hat’s geahnt: Tim Burton ruft und Kathy sitzt im Kino. Durch doofe Schichtzeiten kam ich leider erst am Samstag dazu, dann aber mit umso mehr Vorfreude. Ein kleines bißchen voreingenommen gehe ich ja schon an solche Filme ran. Tim Burton + Johnny Depp + Helena Bonham Carter KANN nur gut sein. Wobei ich allerdings thematisch bisher auf kaum einen Burton-Film so gespannt war.

Barnabas Collins, seines Zeichens Erbe reicher Unternehmereltern, die aus England nach Amerika kamen, um dort ihr erfolgreiches Fischereiunternehmen und damit auch das nach ihnen benannte Städtchen Collinsport aufzubauen, verschmäht seine Geliebte Angelique. Was er nicht weiß: Sie ist eine Hexe und belegt ihn mit einem Fluch, der ihn in einen Vampir verwandelt. Zudem tötet sie seine Eltern und seine zukünftige Frau und begräbt ihn lebendig. Das alles passiert im 18. Jahrhundert und als Barnabas‘ Sarg endlich wieder ausgebuddelt wird, ist es 1972. Die 70er waren so ja schon verrückt genug, für jemanden aus einem vergangenen Jahrhundert müssen sie vollkommen gaga sein. Das dachte sich auch Tim Burton und hat das genau so umgesetzt. So dürfen wir Barnabas dabei zuschauen, wie er Autos, Fernsehen, Hippies und den Glam Rock entdeckt.

Ich fand den Film einfach nur herrlich. Wie immer wahnsinnig skurril und natürlich auch mit leichtem Touch zum Splatter-Ekel. Das gehört bei Burton-Filmen natürlich auch immer dazu. Er hat eine recht morbide und zum Teil auch groteske Fantasie, setzt diese aber auf der Leinwand so lustig und liebenswert um, dass man ihm da gar nicht böse sein kann. Und Johnny Depp ist genau das schauspielerische Gegenstück dazu. Momentan gibt es wohl keinen wandlungsfähigeren Schauspieler, zumindest nicht, was wirklich skurrile, unwirkliche Charaktere angeht. Beide zusammen trauen sich an alles ran und haben absolut keine Berührungsängste. Auch nicht dann, wenn das gesamte Projekt droht, ins Lächerliche abzurutschen.

Dabei waren es für mich gar nicht mal die vermeintlichen Knaller, die mich dazu brachten, mich im Kino fast abzurollen, sondern eher fast schon harmlose Situationskomik. Als Barnabas sich z.B. ein Schlafplätzchen im neuen alten Heim suchen musste, war ich dem Erstickungstod schon sehr nah. (Merke: Dem Popcorn fernbleiben!)

Von mir also ganz klar alle Daumen hoch und eine mehr als deutliche Empfehlung!

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